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Rudolf Horacek, Rudolf Horacek in Mannswörth, 1983     Rudolf Horacek, Rudolf Horacek in Mannswörth, 1983

 

art brut und gugging

Die Kunst der Gugginger Gruppe wird der Art Brut zugerechnet. Jean Dubuffet, der französische Maler, der den Begriff Art Brut prägte, bezeichnete damit eine „edle, herbe, ursprüngliche Kunst”, die von einer höchst persönlichen und unangepassten Formensprache zeugt. Frei von den Trends der gängigen Kunst entsteht Art Brut ohne akademischen oder kunsttheoretischen Hintergrund. Seit den 70er Jahren gehören die Künstler aus Gugging zu den weltweit wesentlichen Exponenten der Art Brut. Jean Dubuffet hat sie als Vertreter dieser Kunstrichtung persönlich anerkannt. Ihre Werke sind neben der Collection de l‘Art Brut in Lausanne auch in vielen Museen und Sammlungen zeitgenössischer Kunst wie den Sammlungen Niederösterreich, dem Museum für moderne Kunst in Wien, der Sammlung Essl oder dem Linzer Lentos Museum vertreten. International wird die Kunst aus Gugging unter anderen im Philadelphia Art Museum oder dem Setagaya Museum in Tokyo gesammelt und ausgestellt.

museum gugging

Das museum gugging war eine logische Erweiterung des Angebotes  des „Intergrativen Kulturzentrums Gugging“. Nach jahrelanger Aufbauarbeit konnte es 2006 als Department des Vereins der Freunde des Hauses der Künstler gegründet und eröffnet werden. Es verfügt über eine Ausstellungsfläche von 1300 m². Der Träger des Museums ist seit 2009 die Niederösterreichische Kulturwirtschaft. Der größere, über 700 m² umfassende Teil der Ausstellungsfläche des museum gugging ist dem Werk der Künstler aus Gugging vorbehalten. Sie standen und stehen im Zentrum des Kunstgeschehens im Art / Brut Center Gugging. Ihnen und vor allem ihrem beeindruckenden Oeuvre widmen sich die meist parallel zu den Sonderausstellungen neu eingerichteten Präsentationen. Diese Tradition ermöglicht immer andere und überraschende Einblicke in die schöpferische Kraft einer Kunst, die sich in Gugging in besonders bemerkenswertem Ausmaß entfalten konnte und kann. Die Werke der weltbekannten Gugginger Künstler wie August Walla, Johann Hauser oder Oswald Tschirtner sind ebenso zu sehen wie jene der (noch) nicht so wahrgenommenen, jedoch in ihrem künstlerischen Ausdruck nicht weniger spannenden Kollegen wie Franz Gableck, Anton Dobay oder Johann Korec. Ein besonderes Augenmerk der Ausstellungstätigkeiten des museum gugging liegt in der Präsentation der Werke der derzeit im Haus der Künstler aktiv tätigen Maler und Zeichner wie Franz Kernbeis, Karl Vondal, Arnold Schmidt, Heinrich Reisenbauer oder Günther Schützenhöfer. Die Werke der insgesamt über 30 Künstler stammen aus der hauseigenen Sammlung der Privatstiftung – Künstler aus Gugging oder sind Leihgaben aus anderen Sammlungen und Museen.

Sonderausstellungen

Eine Erweiterung des Blickwinkels auf die Art Brut und eine Möglichkeit zum Dialog zu dieser in ihrer Begrifflichkeit schwer zu fassenden Kunstform erfährt das museum gugging mit dem großzügigen Sonderausstellungsbereich. Werke internationaler Art-Brut-Künstler wie Adolf Wölfli, Aloïse Corbaz, Michel Nedjar oder Gaston Chaissac finden hier ebenso Eingang wie aktuelle Postitionen zeitgenössischen Kunstschaffens.

Mission Statement

Das museum gugging ist ein Ort, der die Werke der Künstler aus Gugging in Kombination mit Beispielen jeder anderen Kunstrichtung der Welt zeigt. Diese Integration jeder Kunstrichtung in die Art Brut zeigt am besten ihre Besonderheiten auf und lässt den Betrachter eigene Erfahrungen machen. Man soll dabei auch die basale Verwandtschaft der Kunst jeglicher Provenienz sehen und erleben können. Kunst kann so als Teil des eigenen Lebens gespürt werden und den Betrachter bereichern.